Henkerhaus – Lass d`Narra raus

Rückblick auf die Jubiläumsfasnet 2026

90 Jahre Narrenzunft Henkerhaus Baienfurt e.V.

Die Fasnetssaison 2026 markierte einen historischen Meilenstein für die Narrenzunft Henkerhaus. Unter dem Motto des 90-jährigen Bestehens blickte die Zunft nicht nur auf eine bewegte Geschichte seit ihrer Gründung im Jahr 1936 zurück, sondern bewies durch eine lebendige Dorffasnet und zahlreiche auswärtige Besuche, dass das Brauchtum im wunderbaren „Klein Paris“ Oberschwabens vitaler ist als je zuvor.

Der Auftakt: Erwachen aus dem Schlaf

Die Saison begann traditionell am 9. Januar mit dem Maskenabstauben vor dem Neunerbeck. In einer feierlichen Zeremonie wurden die Häs von Vogel, Blume, Kardelhannes und Clon nach der langen Ruhepause abgestaubt und damit wieder zum Leben erweckt.

Ein besonders historischer Moment ereignete sich bereits am darauffolgenden Tag bei der Hauptversammlung der VSAN in Wangen, als die wiederbelebten Fasnetsfiguren „Handläufer“ und „Clon“ nun als weitere Maskengruppe der Narrenzunft Henkerhaus genehmigt wurde. Diese Figuren, die eine Brücke bis in die 1950er Jahre schlagen, bereicherten das Zunftbild im Jubiläumsjahr ungemein und wurden bei vielen Sprüngen begeistert vom Publikum aufgenommen.

Der Handläufer und seine Clons sind nun eine eigene Maskengruppe unserer Zunft!

Der Ehrenabend am 23. Januar: Ein Fest der Treue

Ein zentraler Höhepunkt der Jubiläumssaison war der Ehrenabend am 23. Januar, an dem die Zunft langjährige Mitglieder und verdiente Funktionäre in einem würdigen Rahmen auszeichnete. Die Ehrungen spiegelten die tiefe Verwurzelung der Mitglieder in der Zunft wider. Für ihre jahrzehntelange Treue zum Henkerhaus wurden folgende Mitglieder geehrt:

33 Jahre Mitgliedschaft

Birgit Biegger, Dieter Häfele, Paula Häfele, Petra Maier, Kathrin Riegel, Werner Riegel, Wilfried Schützbach und Renate Weishaupt-Erb.

44 Jahre Mitgliedschaft

Ulrike Bächle-Pfau, Claus Baumann, Gerlinde Baumann, Christine Coquet, Franz Gierer, Alfons Knoblauch, Stefan Rothärmel und Christina Sommer.

55 Jahre Mitgliedschaft

Albert Eisenbacher-Pfau, Arthur Pfau und Roland Schweizer.

66 Jahre Mitgliedschaft

Franz Riedinger und Alois Thoma.

Für ihr außergewöhnliches Engagement erhielten Matthias Schlappa, Walter Nägele, Joachim Gmelin und Stefan Rothärmel die Ehrennadel in Bronze. Mit der Ehrennadel in Silber wurden Thomas Meschenmoser und Martina Habnitt ausgezeichnet.

Für ihre 10-jährige Tätigkeit im Zunftrat wurden Ines Buck und Jessica Reggoldt gewürdigt. Ein emotionaler Moment war die Verabschiedung langjähriger Weggefährten aus dem Zunftrat. Für ihre zuverlässigen und jahrelangen Verdienste wurden Jörg Muscheid, Stefan Rieser und Claudia Fürgut feierlich zu Ehrenzunfträten bzw. zur Ehrenzunfträtin ernannt. Verabschiedet wurden zudem Elke Kinze, Tobias Mehre und Benjamin Hämmerle. Vielen Dank für eure tolle Arbeit bisher – und auch in Zukunft!

Ausgewählte Fotos des Ehrenabends:

Auf Achse – Präsenz in der Region

Bevor die heimische Dorffasnet im Fokus stand, zeigte die Narrenzunft eine beeindruckende Präsenz bei befreundeten Zünften und Landschaftstreffen. Die Wochenenden waren geprägt von Kameradschaft und lautstarken „Henkerhaus – lass d´Narra raus!“- Rufen.

Im Januar führte uns die Reise zunächst nach Weißenau (17.1.), gefolgt vom großen Landschaftstreffen in Ehingen (18.1.). Nach einer kleinen Verschnaufpause war die Zunft in Erbisreute (24.1.) vertreten, bevor am Abend der Löwenball des Fanfarenzuges Baienfurt die Stimmung weiter zum Kochen brachte. Den Abschluss bildete der Besuch in Wolpertswende (25.1.). Ein weiteres Fasnetswochende wurde mit dem Hexenbesenstellen der Kickacher Waldbadhexen (30.1.) eröffnet. Während die Zunft am nächsten Tag in Oberzell sprang, glänzten am Nachmittag die Jungdohlen und Hupfdohlen beim bunten Programm nach dem Kinderumzug in Lindau (31.1.), bevor am 1. Februar das gesamte Henkerhaus beim Landschaftstreffen auf der Insel Präsenz zeigte.

Einige unserer Tanzgruppen in Lindau: Die Hupfdohlen und die Jungdohlen

Auch im Februar ging es närrisch weiter. Neben Besuchen in Haidgau (7.2.) und Altshausen (8.2.) wurde ein weiteres Highlight in Baienfurt selbst besucht – der beliebte Kinderball, an dem Kinder, Eltern, Großeltern und alle Närrinnen und Narren zeigten, dass sie für die anstehende Hauptfasnet einsatzbereit sind. Letzte Kleinigkeiten wurden in den Geprächen bei der gemeinsamen Einkehr im Da Nino noch besprochen, bevor die langersehnte Hauptfasnet nun endlich an die Tür klopfte.

Der Kardelhannes ist unterwegs, im Hintergrund sind Blumen und Vögel unterwegs.
Quelle: Allemannische Fasnetsgalerie

Die Hauptfasnet in „Fut La Boi“

Die eigentliche Dorffasnet verwandelte Baienfurt ab dem Gumpigen Donnerstag (12.02.) in einen Ausnahmezustand. Nach der feierlichen Schul- und Kindergartenbefreiung und dem traditionellen Kuttelnessen wurde am Nachmittag der Narrenbaum gestellt, welcher traditionell durch die Kinder unter Beobachtung der Zimmermänner gezogen wird. Das Stellen des Narrenbaums war in diesem Jahr besonders interessant, da man zuvor bzw. währenddessen ein falsch geparktes Auto zunächst noch hat abschleppen müssen. Nachdem der Platz geräumt war, konnte der Baum geschmückt und gestellt werden. Mit einer 90er-Jahre-Party fand der Tag mit dem traditionellen Zunftball seinen gebührenden Abschluss.

Schlüsselübergabe vom Rathaus an die Narrenzunft.
Auch die Schule wurden von den Narren befreit. Der Rektor Herr Lehle gibt hier das OK, dass nun alle Schülerinnen und Schüler der Achtalschule ihre Ferien antreten dürfen.
Ein tolles Bild: Die Henkerhauskids heizen beim Kuttelnessen das Publikum so richtig ein.
So etwas gab es noch nie! Um den Narrenbaum stellen zu können, musste zunächst der Abschleppdienst anrücken!
Bei wunderbarem Sonnenschein (eher selten an diesem Tag) konnte der Narrenbaum dann doch noch gestellt werden.

Am Freitag (13.02.) zogen die Hemdglonker durch die Straßen und machten ordentlich Lärm, um die „Stubenhocker“ aufzumischen, bevor am Samstag (14.02.) der absolute Höhepunkt stattfand: Der große Narrensprung in „Fut La Boi“. Tausende Zuschauer feierten die über 80 Klangkörper und Maskengruppen – ein ganz besonderer Valentinstag in Baienfurt.

Dem Regen zum Trotz – Die Narren lassen sich nicht verschrecken!
Die Hupfdohlen und Jungdohlen verteilten sogar Rosen am Valentinstag!

Der Ausklang

Die diesjährige Narrenmesse am Fasnetssonntag fand mit dem Thema „Glaube, Humor & gute Laune“ in Baindt statt, am selben Tag ging es noch zu unserer Nachbarzunft nach Weingarten. Besonderes Highlight war am Rosenmontag der Kinderumzug in Konstanz (16.02.), zu dem wir dieses Jahr eingeladen wurden. Mit einem sonnigen Sprung in Riedlingen (17.02.) und dem feierlichen Fasnetsvergraben vor dem Neunerbeck am Abend beendete die Zunft eine unvergessliche Jubiläumssaison.

Die katholische Kirche in Baindt war fest in der Hand der Narren und Närrinen aus Baienfurt und Baindt!
Die Fasnet wird vom zunfteigenen Hausarzt für die Untersuchung und Behandlung abgeführt…
… doch trotz einiger Behandlungsversuche konnte der Fasnet nicht geholfen werden und legte sich schließlich schlafen.
Unsere Zunftmeisterin musste sich nun geschlagen geben und gab dem Rathaus den Schlüssel zurück.

Die Narrenzunft Henkerhaus Baienfurt e.V. blickt stolz auf 90 Jahre Vereinsgeschichte zurück und bedankt sich bei allen Aktiven und Gönnern für dieses besondere Jahr. Ohne eine solche Gemeinschaft wäre ein so wunderbares närrisches Treiben in „Klein Paris“ Oberschwabens einfach nicht möglich. Danke für dieses Jahr – und für alle kommenden Jahre!

Henkerhaus – lass d’Narra raus!