Trommgesellenzunft Munderkingen e.V.

Besonderes zur Zunft/Bräuche

Zwei Besonderheiten zeichnen die Munderkinger Fasnet aus. Der Glompige Donnerstag wird eine Woche vor den anderen Glompigen im Lande gefeiert und der Brunnensprung wird in jedem Jahr zweimal in der Fasnet ausgeführt. Zwei ledige Mannsleut springen in den Brunnen, wahrscheinlich ganz früher ein „Reinigungsakt“ oder auch ein „Mutsprung“ vor der Hochzeit.

Belagerung

Der Munderkinger Heimatdichter Carl Borromäus Weitzmann ( 1767 – 1828) schrieb neben vielen schwäbischen Gedichten das berühmte Gedicht und Lied „ Der Ausfall der Munderkinger im Jahre 1798“ kurz „Die Belagerung“.

Französische Soldaten belagern das Städtchen Munderkingen und die Bürger machen sich für einen Kampf gegen die Franzosen bereit. Da müssen alle ran, der Bürgermeister, das Haierle ( Pfarrer) und seine Hausere, der Stadtschreiber usw.

Am Schluss geht alles friedlich aus, da die Franzosen eigentlich nur ein Manöver abhielten. Dies alles stellt die Gruppe „ Belagerung“ dar.

Stadtlöwe

Die Einzelfigur ist das Symbol der Vorderösterreichischen Herrschaft über 500 Jahre Munderkingen. Der Habsburger Löwe ist Wappentier auf dem Wappen Munderkingens.

Stadtkapelle

Die Stadtkapelle der Stadt Munderkingen ist komplett mit dem „Munderkinger Wusele“ eingekleidet.

Wusele – Herren

Das Wusele ist das typische Kostüm der Munderkinger Laufnarrens. Wusele sind kleine Wecken, die wir im Korb der Maske wieder finden. Braun und gelb im Wechsel ist das Kostüm und erinnert an den Boden und das Getreide. Die ältere Form ist ohne Stickereien, die neueren Wusele sind mit aufwendigen Symbolen aus dem Umfeld der Ernte und des Backens verziert. Ganz typisch ist die Maske aus Filz. Seit 50 Jahren besteht die Laufgruppe.

Wusele – Damen

Die aufwendig gestalteten Damenwusele ohne Masken verteilen an die Zuschauer die kleinen Wecken, die Wusele. Man sagt, dass Munderkingen belagert worden sei, das Mehl sei knapp geworden. Da hätte man einfach kleiner Wecken gebacken. Andere behaupten, dass die Munderkinger einfach „wuselig“ seien, also daher kämen die Wusele.

Rathaushexen

Munderkingen ist keine Hexenzunft, es gibt nur 12 Hexenkostüme, die aber sehr schön gestaltet sind. Am „Glombigen“ Donnerstag zerren sie den Bürgermeister auf das Podium, damit er seine Schlüssel und sein Amt den Narren – dem Trommmeister übergibt.

Fähnrich und Spielmannszug

Die Trommler und Pfeifer werden vom Fähnrich angeführt. Die Trommeln und die Pfeifen haben eine alte Tradition in Munderkingen, nicht umsonst nennt sich die Zunft auch Trommgesellenzunft. Typisch für das Häs die wechselnden Farben der Hosen, der Pullover und der Ärmel.

Tromm-gesellenpaare

Die Trommgesellenpaare begleiten die beiden Brunnenspringer. Sie richteten früher die Fasnet aus. Aus ihren Reihen werden die zwei Springer „ausgewählt“. Sie tanzen vor dem Sprung den „Hopser und Schleifertanz“.

Brunnenspringer

Das höchste Amt und das größte Vergnügen für einen unverheirateten Munderkinger ist die Rolle des Brunnenspringers. Nur bekleidet mit einem feinen Samtkostüm springen sie am Fasnetssonntag und – dienstag in den altehrwürdigen Markt- oder Stadtbrunnen. Zuvor bringen sie ihre Sprüche auf die Stadt aus. Bis 1810 wurde der Sprung am Aschermittwoch ausgeführt.

Maischer

Bevor die Springer in den Brunnen springen, muss das Wasser in Wallung gebracht werden. Dies machen die Maischer mit ihren Brauerschaufeln auf Anordnung des Obermaischers. Ganz typisch die braunen Kostüme der Maischer.

Adel

Nach nicht nachzuweisenden Aussagen soll ein österreichischer Graf Rüdiger das Brunnenspringen erlaubt haben. Daran erinnert die Begleitung dieser historischen Gruppe, der Fürst, der Graf, der Ritter und der Herold. Als oberster Repräsentant der Munderkinger Fasnet ist in dieser Gruppe auch der Trommmeister, der am Glompigen Donnerstag aus der Tiefe inmitten des Feuers ausgegraben wird.

Hofnarr

Die in jüngster Gegenwart geschaffene Einzelfigur geht auf eine Figur zurück, die bereits in den 30iger Jahren in Munderkingen bestand.

Narrenrat

Die Narrenrätinnen und Narrenräte erinnern an die Trommgesellenzunft mit ihren nach den Trommeln nachgestellten Kostümen. Besonders die Trommel als Kopfbedeckung ist erwähnenswert. Der Chef des Vereins, der Zunftmeister, trägt als Zeichen seiner Stellung einen schön gestickten Mantel. Derzeit ist das Ralf Lindner.

Sieben Schwaben

Die Geschichte der sieben Schwaben ist eine weit verbreitete Erzählung, die auch von Nichtschwaben gerne benützt wurde, um die Feigheit und die Tölpelhaftigkeit der Schwaben aufzuzeugen. Dabei waren es gerade die schwäbischen Ritter und Soldaten, die allgemein als die Tapfersten und mutigsten im Reich bekannt waren.