Narrenzunft Tettnang e.V. (Teil 6)

Aus dem überlieferten Urhopfennarr entwickelte sich der heutige Hopfennarr als Gruppenhäs. Weil der Malermeister Lippus (ein gebürtiger Rottweiler) an der Wiege des Hopfennarren stand, wurde der Neuling, wie viele Rottweiler Figuren auch, ein Weißnarr. Er bekam nämlich ein Häs mit Blättern, Ranken und Hopfen bemalt. Der Kopfschmuck besteht aus dem sog. Hopfennarrentuch, welches mit Filzbögen, Glöckchen, Hopfen und Hopfenblättern aus grünem Filz bestückt wird. Einzigartig aber ist seine Maske. Aus seinem Gesicht blickt jener Schalk, den sich die Narren der Hopfenstadt eben wünschen. Diese Gesichtszüge hat ihm der Biberacher Maskenschnitzer Hasenmaile mit auf den Weg gegeben. Hierzu trägt der Narr einen Schellenstab (Holzstab mit Schellenkranz).

Die Hopfensau ist bei den Umzügen eine Einzelfigur. Saubloder schwingend ist sie die einsame Königin unter den Masken.Der Hopfennarr zog, zwangsläufig dem Brauch folgend, die Hopfensau nach sich. Jene Einzelfigur, die bei jedem Hopfenschmaus eine tragende Rolle gespielt hat. Die Hopfensau war die Person, die die letzte Hopfenranke während einer Ernte gepflückt hat. Sie wurde im Triumphzug zum Hof des Hopfenbauers geleitet.

Wie der Hopfennarr, trägt auch die Hopfensau ein aus Hose, Jacke und Maskentuch bestehendes, mit Hopfenblättern und -ranken verziertes Gewand. Die Einzelmaske zeigt einen Saukopf.

Eine ebenfalls der Hopfennarrengruppe angehörende Narrenfigur ist die Rote Spinne. Sie ist ursprünglich ein hartnäckiges Insekt, das die Blätter ganzer Hopfenkulturen mit seinem kranken Rotbraun überzieht. Dieses Kostüm besteht aus einer insektenartigen roten Maske mit Hopfenkopfputz und roter Haube. Sie trägt dazu einen roten Schirm mit Hopfen und Glöckchen. Der Anzug ist schwarz, mit roten Kordeln benäht. Daran ist ein großer gelber Rundkragen mit Blättern, Hopfen und Glöckchen befestigt. Vom Ursprung her galt das Gätterlet als eine Art Hofnarr. Die Farbenprächtigkeit verdankt es aber der venezianischen Commedia dell` Arte im 16. Jahrhundert.Das eigenartige Wort Gätterlet kommt von Gatter. In diesem Fall bezieht es sich aber auf die viereckigen, farbigen Stoffteile, aus denen das Narrengewand zusammengesetzt ist. Man trägt hierzu eine Art Krausekragen (Rüsche) und eine Stoffkappe. Die Holzmaske zeigt ein markant lächelndes Gesicht. Als geräuschvolles Beiwerk dienen die Holz-Rätschen.

Narrenruf: Montfort – Jehu!
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