Narro-Zunft Waldshut 1411 e.V.

Besonderes zur Zunft/Bräuche

Markenzeichen der Waldshuter Fasnacht und besondere Vertreter der Spezies „Hemdglonker“ sind die Geltentrommler. Mit mehlgeweißten Gesichtern, Zipfelmütze, rotem Halstuch und langem Nachthemd formieren sie sich am frühen Morgen des Schmutzigen Dunnschtig, um zu verkünden: „Hüt goht d’Fasnacht a mit de rote Pfife!“

Nach dem Rhythmus dieses Narrenverses trommeln sie mit Löffeln auf den Boden ihrer umgedreht vor den Bauch gehängten hölzernen Zuber, die alemannisch „Gelten“ heißen.

In Waldshut war es bis ins 19. Jhd. üblich, dass die dortige Junggesellenzunft am Fasnachtsende einen Narro aus ihren Reihen auf einer Bahre zum Rathaus trug und ihn anschließend in den nahen Brunnen warf. 1870 wurde dieser Brauch abgeschafft, nachdem im Jahr zuvor der zu dieser Prozedur bestimmte Junggeselle an den Folgen des eiskalten Bades gestorben war. Seither wird in Waldshut der Narro in Gestalt einer Strohpuppe verbrannt. (Quellen -> Werner Mezger)

Stadtmusik Waldshut e.V.

Hansele

Hansele mit dunklem Fuchsschwanz und Saubloder

Narro mit „Chrisichratten“ (Korb zum Kirschen ernten)

Größere Fleckle als der Laufenburger Narro

Wichtig: Drahtgazemasken

Geltentrommler

Siehe auch oben

bekleidet mit einem langen weißen Leinenhemd, einer weißen Zipfelmütze und weißen Strümpfen.Schwarze Schuhe und rotes Halstuch.

Die Gesichtsmaske ist ursprünglich, sehr einfach und gerade deshalb unvergleichlich und wirkungsvoll: Das Gesicht ist mit Mehl bestäubt. Nachdem das Gesicht mit Schweinefett eingerieben wurde erfolgt das Mehlen dadurch, dass der Geltentrommler kräftig in einen Mehlsack oder in eine mit Mehl gefüllte Gelte bläst. Der aufgewirbelte Mehlstaub verbindet sich mit dem Fett zu einer dauerhaften Mehlmaske.

Vor dem Bauch trägt der Geltentrommler eine Gelte (das ist ein Waschzuber aus Holz). Sie hat der Hauptfigur der Waldshuter Fasnacht den Namen Geltentrommler gegeben. Mit hölzernen Schlegeln (Kochlöffel) schlägt er den Rhythmus der gerufenen Narrensprüche „Hüt goht Fasnacht a…“

Ranzengarde

Neben dem Hansele und dem Geltentrommler ist der Ranzengardist die dritte Fasnachtsfigur (seit 1990) der Waldshuter Narro-Zunft.

Erste Erwähnung in der Tagespresse findet die Ranzengarde anläßlich fasnächtlicher Veranstaltungen in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts. Neben der ordentichen Führung der Umzüge und der Teilnahme an den Fasnachtsspielen in der Kaiserstr. und vor dem Rathaus, war es wichtig, das Obere Tor, das untere Tor und das Innere Waldtor(abgebrochen 1882) zu besetzen um dort Zoll (den Eintritt) zu verlangen und jede Person gründlichst zu „visitieren“. Während man 1874 von einer „Narrengarde“ sprach, war beim großen Fasnachtsspiel „Einzug der Kaiserin Maria Theresia und Huldigung der Bürger“ von einer Stadt-Miliz die Rede. Ab 1889 setzte sich die Bezeichnung Ranzengarde durch.