Wangemer Narrenzunft Kuhschelle weiß-rot e.V. (Teil 7)

Um die zentrale Figur des Schellenbue aus den dreißiger Jahren bildeten sich drei Häsergruppen: die Flachsnarren, die Aneweible und die Spindelnarren. Zunftrat, Stadtfrauen, der Narrenbüttel und der Schellenbue als Einzelfiguren, Schalmeienzug und Narrenkapelle ergänzen das bunte Bild der Zunft. Und über all diese Figuren wacht das Auge des Narrenvaters.

Die Spindelnarren gingen aus der Figur des „Erbaners“ hervor, eines Narrenhäses, das sich die ehemaligen Arbeiter der „Baumwollspinnerei Erlangen-Bamberg“, kurz ERBA, gestalteten. Das Besondere am Häs sind die vielen Baumwoll-Spindeln, die anstelle von Schellen aufs Häs genäht sind und in ihrem ganz eigenen „Narrenklang“ tönen. In der Hand trägt der Spindelnarr einen Baumwollwedel.

Die Larve des „alten“ Flachsnarren ist einem verschmitzten Bauerngesicht nachempfunden, dessen erste Form in den fünfziger Jahren des vergangenen Jahrhunderts der „Schellennarr“ war, ganz dem Zunftnamen entsprechend. Die grün-gelben Plätzle sind typisch für die Narrenfiguren am Bodensee und im Westallgäu. Der „alte“ Flachsnarr trägt um den Bauch einen Schellengurt, als Narrenutensil zum Necken dient ein ledergefasster Flachswedel.

Die Aneweible gibt es heute in 2 Varianten: Das „alte“ Aneweible ist das übliche Häs für Mädchen und Frauen, es entstand als Weiterentwicklung aus den ersten Aneweibleshäsern in den 50ger Jahren des vergangenen Jahrhunderts. Ursprünglich noch einfach handbedruckt und nur aus einfachem Stoff gefertigt, mit einem Hut aus umgekehrten Binsen-Weinflaschenhüllen, entstand in den 60ger Jahren das mit blauen Flachsblüten bedruckte Häs. Heute trägt das „alte“ Aneweible einen Schellengurt über der Schulter. Als Narrenutensil dient ein Flachswedel oder einen Wedel aus kunstvoll geflochtenen Bändern.

Der Schellenbue ist seit Gründung der Wangemer Narrenzunft im Jahre 1936 Wahrzeichen, Logo und Maskottchen der Zunft. Als Einzelfigur im typischen Schalksnarrenhäs in den Farben der Reichsstadt gelb und grün trägt er eine große, geflochtene Korbschelle voraus, in der natürlich eine große und laute Kuhschelle schellt. Die Maske gehört zu den ältesten Holzmasken unserer Zunft.

Narrenruf: Schelle, Schelle – Schell-au!
www.narrenzunft-wangen.de