Bockzunft Stetten e.V.

Besonderes zur Zunft/Bräuche

gegr. 1950 – wichtigster Tag: Schmotziger Dunnschteg mit Wecken durch die Lumpenmusik – Schülerbefreiung – Narrenbaumstellen – Rathaussturm und „Narrenbürgermeister“ – verdiente Bürger der Bockstadt werden zum Bock geschlagen –

Die Bockschlagzeremonie geht wie folgt vor sich: Nachdem der zu Ehrende sich auf ein Kissen gekniet hat, wird ihm in Versform durch den Schäufele feierlich mitgeteilt, wieso ihm die Ehre des Bockschlages widerfährt. Unter Trommelwirbel wird folgende Bockschlagformel verwendet:

Schlag mach Bock, schlag mach Bock, – Gleich ob Hose, gleich ob Rock, – Schlag mach Närrin, Schlag mach Narr, – der Narren Weisheit in dich fahr ! – Am Kopf wachs dir ein wehrhaft Horn, – gelocktes Fell zier hinten dich und vorn. – Bocknärrisch sei fürderhin dein Sprung und Lauf – Bockstädter Bock wirst nun, fahr auf … !

Bei den Worten „fahr auf“ wird der Bockschlag mittels Hammer mit Fell und Hörnern ausgeführt. Anschließend gibt’s originale Bockmilch mit einem frischen Fasnetsküchle, das den neuen Böcken zur Ehre gereicht wird.

Standarte- Narrenpolizei

Einzelfigur
Narrenutensil: Ausruferschelle

Hudl Ann & Johann Scheiffele

Einzelfiguren, die beide die Stettener Fasnet bestimmend mitgestalten. Johann Jakob Scheiffele ist der Typ des knorrigen, verschmitzten, auch polternden, mit hintergründigem Humor und spitzbübischer Schalkhaftigkeit gewappneten Älblers und Heubergers. Die alte „Scheiffele-Hymne“ wurde bald nach der Zunftgründung zum „Scheiffele-Marsch“

Die Hudl-Ann ist eine sagenumwitterte Weibsgestallt, die Schabernack betrieben, aber auch Gutes getan haben soll.

Narrenrat

1950 „Elferrat“, später „Narrenrat.
Der knielange, grüne Grafenrock, ein Jägerhut mit einer weißen Feder und die gelbe Bauernweste sind das heutige Erscheinungsbild des Narrenrates.

Marktfrauen

Seit 1958, im schmucken Gewand aus weißer Bluse, Mieder, Tschopen und dekorativ fasnetlich bemalten Rock. Unverzichtbares Requisit: der typische Korb.

Maximal 24 Frauen

„Tanz der Böcke mit den Marktfrauen“
Fasnetsküechlebacken am Schmotziga Dunnsteg: über 1200 Stück werden im Fett gebacken.

Zunftkapelle

Die musikalische Untermalung der Zunft bei ihren Auftritten und Teilnahmen an Narrentreffen erfolgt durch die Zunftkapelle, die sich aus der Feuerwehrkapelle rekrutiert. Die Stettener Zunftkapelle trägt eine rote Jacke, mit weißer Hose und einer Schafsfellkappe

Zunftschäfer

Führt unverlarvt in einer Original-Heuberg-Schäfertracht die Schar der Böcke an.  Figur ohne Narrenutensil – aber zu einer Bockherde gehört nun auch mal ein Schäfer.

Böcke

Der Bock/Widder war schon im Altertum Mittelpunkt in Kult- und Opferritualen, war Fruchtbarkeitssymbol und spielte bei Frühlings- und Dionysosfesten eine herausragende Rolle. Die Germanen weihten ihn ihrem Gott Donnar. Das Mittelalter sah in ihm zum einen eine teuflische Spukgestalt, zum anderen eine Schutzhilfe gegen böse Geister.
Die Stettener Ortsherrschaft von 1432 bis 1648, die „Herren von Hausen und zu Stettan am kahlten Marckth“, führte in ihrem Familienwappen den springenden Widder auf dem Dreiberg. Zudem wurden die Stettener seit eh und je von ihren Nachbarn als „Böcke“ gehänselt.
Die Hörner sind echte und ausgesuchte schön geformte Exemplare; sie stammen meist von Zuchtböcken aus Heuberger Schafhaltereien. Larvenhaube und Jacke sind aus echtem, chromgegerbtem Lammfell hergestellt. Die Beinkleider aus Drillich oder ähnlich grobem Material sind mit Szenen aus dem Schäferleben bemalt.
Das Gewand ist schaffell-hell, aber es springt auch ein schwarzer Bock in der „Bockherde“ mit. Bewusst hat man die Bockherde auf maximal 120 Maskenträger begrenzt, um sie nicht zu einem „Massenaufgebot“ anschwellen zu lassen.

Bock

Schwarzer Bock

Kinderböckle